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Geschichte des Jugendclub Böhla e.V.
 
Bis 1987 hatte die Jugend der Gemeinde Baßlitz keinen gemeinsamen Raum, um die Nachmittage und Abende zusammen zu verbringen. Treffpunkt waren damals nur Bushaltestellen, was natürlich - genau wie heute - störend für die Anwohner war und ist.
Der damalige Bürgermeister, Otto Karitzki, unternahm gelegentlich zusammen mit den Jugendlichen Ausflüge, zum Beispiel in die Sächsische Schweiz oder ins Kino. Das war natürlich kein Ersatz für einen Jugendclub, indem man sich ungestört hätte treffen können. Um das Problem zu lösen, versammelte Herr Karitzki die Jugendlichen und machte ihnen den Vorschlag, selber aktiv zu werden und einen eigenen Jugendclub zu gründen. Mit großer Begeisterung stimmten alle zu.
Zur jährlichen Einwohnerversammlung im Jahr 1986 unterbreitete er der Gemeinde seine Idee, denn nur mit der Einverständniserklärung der Eltern konnte diese in die Tat umgesetzt werden. Die einzige Bedingung, welche der Bürgermeister ihnen stellte, war, dass dieser Club ein Dorfgeführter und kein FDJ-Geführter Jugendclub werden sollte. Das bedeutete, dass jeder die Chance hatte, Mitglied zu werden. Allerdings hatte diese Entscheidung zur Folge, dass man nicht mit einer staatlichen Unterstützung rechnen konnte. Anfallende Baumaßnahmen mussten mit eigenen Mitteln finanziert werden.
Die erste Hürde, die ihnen bevorstand, war die Suche nach einer geeigneten Räumlichkeit. Aber das Problem wurde schnell gelöst, denn der Chef der Schweinezuchtanlage, Herr Köhler, stellte kostenlos einen sanierungsbedürftigen Raum zur Verfügung. Dieser befand sich auf der Bahnhofsstraße über dem ehemaligen Gemeindeamt in Bahnhof- Böhla.
Im Januar 1987 starteten die Renovierungsarbeiten. Es gab sehr viel zutun, um die „ Baustelle“ in einen gemütlichen Aufenthaltsort zu verwandeln.
Die Hauptaufgaben waren: Wände einziehen, Eisenträger an der Decke verkleiden, die Fassaden gestalten, das Treppenhaus malern und getrennte Toiletten einbauen.
Die Toiletten wurden zusammen mit der Gemeindeverwaltung genutzt und der Jugendclub war für die Reinigung selber verantwortlich. Die Spezialarbeiten wie Elektronik und Malerarbeiten wurden der VMI- Brigade (Volksmasseninitative) überlassen. Des Weiteren unterstützen die Eltern der Jugendlichen das Projekt „Jugendclub“ intensiv. Innerhalb von nur 7 Monaten wurde der Jugendclub mit 40 Plätzen ausgebaut und fertig gestellt. Im gleichen Atemzug wurden auch ein Parkplatz vor dem Jugendclub und die Straßenbeleuchtung errichtet. Das Material für den Ausbau hat die Gemeinde aus einem Verfügungssfond bezahlt, aber die Arbeitsstunden waren unentgeltlich.
Jetzt fehlte nur noch die Einrichtung. Da weder Gemeinde noch Jugendliche viel Geld übrig hatten, musste die Ausstattung gesammelt oder durch Arbeitsleistung bezahlt werden. Die vielen Geschäftsbeziehungen von Herrn Karitzki waren dabei sehr nützlich. Verschiedene Betriebe wie zum Beispiel die LPG,  der HO, der Konsum und die Schweinezuchtanlage spendeten Schrankwand, Stühle, Tische, Besteck eine komplette Küche mit Theke und eine für damalige Verhältnisse topmoderne Stereoanlage. Außerdem erhielt der Jugendclub eine Ofenheizung, für die, die Gemeinde und die Jugendlichen in Gemeinschaft Kohlen zum Feuern mitbrachten. Sonst wurde nichts Großes gekauft und keine Kredite aufgenommen. Natürlich erhielten alle Spender einen Sponsorenschein, damit auch alles mit Rechten Dingen zuging.
Am 7.Oktober 1987 wurde der Baßlitzer Jugendclub nach harter Arbeit endlich eröffnet. Das Datum wurde gewählt, da dies auch der Geburtstag der Republik war und die Einrichtung somit symbolisch an den Staat und die Bevölkerung übergeben werden sollte. An diesem Tag sind alle Eltern und Kinder gekommen um den neuen Jugendclub feierlich zu eröffnen. Um ein Zeichen zu setzen, dass der Jugendclub aus eigener Kraft erbaut wurde und kein FDJ- geführter Jugendclub war, war die erste große Feier die Kindstaufe von Manuela und Cornelia Lorenz. Die renovierten Räumlichkeiten waren nicht nur Aufenthalt für Jugendliche, sondern gleichzeitig öffentlicher Veranstaltungsort z.B. für Rentnerfeiern.
Auch für offizielle Treffen war der Club geeignet, wie folgender Textauszug vom 20.06.88 beweist. Dies ist eine Einladung vom Bürgermeister an Frau Boek, als Dank für ihre Glückwünsche zur 700 Jahrfeier: „Werte Frau Boeck, damit Sie sich selbst überzeugen können was in der Gemeinde in den letzten Jahren alles mit Hilfe unserer Bürger und Betriebe geschaffen wurde, lade ich Sie für den Sonntag, den 26.06.1988 um 14.00 Uhr, in den Jugendclub nach Böhla ein. Zu den ersten Mitgliedern des Jugendclubs zählten unter anderem: Carsten Rutsch, Dennis Schneider, Christan Kaiser, Thomas Schwager, Andreas und Thomas Zscheile sowie Michael Herrmann. Leiter der Gruppe war Andreas Zscheile. Sie waren damals in der 9. Klasse. Die damaligen Mitglieder kamen im Gegensatz zu heute nur aus der Altgemeinde Baßlitz. Die Jugend und der Bürgermeister hatten je einen Schlüssel für den Raum. Mitgliedsbeiträge wurden keine erhoben, dafür mussten die Jugendlichen Arbeitseinsätze leisten, wie Schrott und Rüben sammeln oder Schilder streichen. Der Bürgermeister bedankte sich dafür öffentlich in der Sächsischen Zeitung.
Für Ordnung wurde natürlich auch gesorgt. Die Tatsache, dass die Gemeindeverwaltung sich direkt unter dem Jugendclub befand, war für die Jugendlichen Grund genug ihre Räume sauber zuhalten. Außerdem musste der Parkplatz jeden Sonntag gekehrt werden. Mit dem Clubmobilar wurde sehr vorsichtig umgegangen, denn in der ganzen Zeit gingen nicht ein Stuhl oder Tisch kaputt. Sogar die gespendeten weißen Tischdecken blieben über die Jahre sauber. Aber das war nicht der einzige Vorteil, der sich aus der gemeinsamen Nutzung des Gebäudes ergab. Der Bürgermeister hatte dadurch regen Kontakt mit den Jugendlichen und kam ab und zu abends vorbei, um ein Bier mit den Jungs zu trinken. In  dieser lockeren Atmosphäre wurden schneller Probleme und Vorstellungen angesprochen. Diese konnten dann auf kurzem Wege geklärt und gelöst werden.
Zu einem richtigen Jugendclub gehören natürlich auch Getränke und da die Mitglieder ausschließlich Jungs waren, zählte dazu Bier. Durch Frau Mudlagk, bekam der Club eine Gaststättenbetriebsgenemigung und es wurde Radeberger Bier von der Brauerei Zschieschen ausgeschenkt. Teilweise wurden Getränke aber auch selbst mitgebraut.
Der ehemalige DDR- Jugendclub stand uns im Feiern in nichts nach. Sie machten Spagettipartys, Zeltausflüge nach Zeischa und feierten den Abschluss der 10. Klasse im Club. Mit Mopeds fuhren sie zur Disco nach Thiendorf, Blattersleben, Elsterwerda und nach Hohenleipisch. Damals war es üblich, dass die Feiern gegen 19.00 Uhr begannen. Zu den Feten kamen auch Mädels und Freunde aus den umliegenden Dörfern. Da die Jugendlichen bis in die späte Nacht feierten, gab es früher schon Beschwerden über die Lautstärke. In Gesprächen mit dem Bürgermeister und Anwohnern konnten die Probleme aber immer gelöst werden.
Ein Höhepunkt im Vereinsleben war sicherlich der Jugendaustausch. Dieser fand im März 1989 statt. 40 junge Leute aus Westdeutschland kamen in die Gemeinde um ostdeutsche Jugendliche zutreffen. Eigentlich sollte der Treff in Priestewitz stattfinden. Da aber die Bedingungen dort nicht die besten waren und in Baßlitz alles neu saniert und eingerichtet war, brachte man sie im Baßlitzer Jugendclub unter. 20 Mitglieder und Jugendliche von Baßlitz durften daran teilnehmen. Zu diesem Anlass sollten sie ordentlich gekleidet erscheinen und sich auch dementsprechend benehmen. Aus politischen Gründen wurde planmäßig vorgesehen, dass West und Ost getrennt sitzen und sich nicht unterhalten sollten. Das wurde jedoch verweigert und so feierten alle miteinander, tranken und aßen und waren in Hochstimmung. Die Gemeinde erhielt einen Betrag pro Kopf um die Feier auszurichten. Von dem Restgeld wurde noch mal eine kleine Fete gemacht. Da der Austausch ein großer Erfolg war, wollte man ihn nun vierteljährlich durchführen.
Im Oktober 1989 ändert sich jedoch die ganze Situation in Deutschland. Die politische Wende kam.
Im Januar 1990 forderte die Schweinezuchtanlage eine Miete von 700 Ostmark pro Monat für das Jugend- und Gemeindehaus. Soviel wollte und konnte die Gemeinde nicht bezahlen um den Jugendclub zu erhalten. Immerhin hatte die Gemeine den Raum selbst renoviert.
Eine Lösung musste schnell her. Herr Karitzki hatte Kontakt zu einer Firma, die eine Außenstelle ihres Betriebes auflöste. Die Bürozelle befand sich in Großräschen. Sie wurde Herrn Karizkie überlassen, allerdings gab es gewisse Transportschwierigkeiten. Herr Vogel aus Böhla – Dorf erklärte sich dazu bereit, die Raumzelle abzuholen. Er stellte seine Technik zur Verfügung und so konnte die Zelle abgebaut und nach Böhla Bahnhof abtransportiert werden. Auf dem Sportplatz in Bahnhof Böhla war noch Platz um einen Jugendclub einzurichten. Zuerst bauten die Jugendlichen Unterwegplatten auf den Platz, damit die Zelle darauf gestellt werden konnte. Als nun das neue Clubgebäude stand, konnte man sich um die Inneneinrichtung kümmern. Eine Zentralheizung bekam man von der ehemaligen Schwesternstation der Gemeinde. Die Einrichtung wurde größtenteils aus dem alten Jugendclub übernommen. Einige Tische, Stühle und die Theke findet man noch heute wieder. So konnte sich die Jugend ein neues Domizil in Bahnhof Böhla einrichten. Die einstigen Mitglieder zogen allerdings nicht mit um. Für sie war die Jugendclubzeit zu Ende. Viele hatten ausgelernt und gingen in andere Regionen. Das ehemalige Club- und Gemeindegebäude wurde erst zu einem Wohnhaus umfunktioniert, doch heute kann man sehen, wie der Zahn der Zeit an der Einrichtung nagt.
Die nachfolgende Generation, die den Club 1990 übernahm, bestand unter anderem aus Matthias Krauspe, Marcus Krause, Colin Dietze, Swen Mudlagk und Falk Hoffmann. In die neuen Räumlichkeiten zog auch der Sportverein ein. Darum entstanden noch zwei Umkleidekabinen und ein Duschraum für die Sportler. Zwei Tischtennisplatten wurden vor den Komplex gesetzt und ein Parkplatz wurde errichtet.
Außerdem nutzte der Kindergarten die Räume um bei diversen Veranstaltungen Waffeln und Getränke zu verkaufen. Bis 1995 war der Jugendclub kein offizieller Verein, sondern nur eine Zusammenkunft von Jugendlichen. Im März 1996 ließ sich der Jugendverein offiziell in das Vereinsregister eintragen, um finanzielle Vorteile zu erhalten. Das hieß aber auch, dass sich die Jugendlichen sich mit Buchhaltung und Steuerrecht auseinandersetzen musste und auch heute noch müssen.
Im Laufe der Zeit vollzogen sich viele Veränderungen. Eine Fernsehecke wurde eingerichtet, die Küche wurde ausgebaut, gefliest und dem Hygiene-Standart angepasst. Mitglieder kamen und gingen. Die nächste Generation rückte nach. Nach einer Mitgliederversammlung 2002, wurde der Jugendclub offiziell am 03.05.2002 an die nachfolgende Generation übergeben. Ein neuer Vorstand mit  Thomas Uebigau als Clubchef wurde gewählt. Mit einer Feier im Juni 2002 bedankten wir uns bei der früheren Generation. Seit dieser Zeit lieg die Verantwortung in  unseren Händen.





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Jugendclub Böhla e.V.
Am Sportplatz
JC-Boehla@web.de

01561 Priestewitz
OT Bhf.-Böhla
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Vorstand des JCB:

1.Vorsitzender:
Thomas Uebigau

2.Stellvertreter:
Marcel Gruschwitz

3.Kassenwart:
Matthias Wehner

4.Schriftführer:
Martin Herzog
Geburtstagskinder im Juli:

15. Katrin Wehner
18. Sebastian Winkler


Geburtstagskinder im August:

02. Heiko Kessler (30)
04. Jens Uebigau
08. Christin Voigt
08. Robert Weser
13. Ricarda Schaar

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